Erschöpfungssyndrom

Das Chronische Erschöpfungssyndrom (CFS – Chronic fatigue syndrome) ist eine chronische Krankheit, die häufig zur Behinderung führt. Sie ist charakterisiert durch eine lähmende geistige und körperliche Erschöpfung/Erschöpfbarkeit sowie durch eine spezifische Kombination weiterer Symptome. Dazu gehören neben der chronischen Erschöpfung unter anderem Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, nicht erholsamer Schlaf, Empfindlichkeiten der Lymphknoten sowie eine anhaltende Verschlechterung des Zustands nach Anstrengungen.
Es gibt für das CFS bislang keine einheitlichen diagnostischen Labortests oder objektivierende technische Untersuchungen.. Wichtig sind allerdings molekularmedizinische und immunologische Untersuchungen. Die vielfältigen Symptome erschweren ebenfalls die Diagnose. Das CFS kann daher bisher nur über eine sogenannte Ausschlussdiagnose festgestellt werden. Dies geschieht durch eine gründliche Anamnese, eine eingehende körperliche Untersuchung und den Ausschluss derjenigen Erkrankungen, die ebenfalls eine anhaltende Erschöpfung verursachen können.
Für die Diagnose eines CFS müssen die folgenden Kriterien vorliegen:

Allgemeine Kriterien

Es muss sich um eine Chronische Erschöpfung handeln, die

  • klinisch gesichert und ungeklärt ist
  • neu und mit zeitlich bestimmbarem Beginn auftrat (nicht bereits lebenslang besteht)
  • sich nicht spürbar durch Ruhe bessert
  • nicht Folge einer noch anhaltenden Überlastung ist
  • zu einer substantiellen Reduktion früherer Aktivitäten in Ausbildung und Beruf sowie im sozialen und persönlichen Bereich führt
  • länger als 6 Monate anhält
  • Als Ursachen werden von einem großen Teil der auf diesem Gebiet Forschenden eine Schwächung bzw. chronische Aktivierung des Immunsystems angenommen. Mehrere neuere Forschungen stufen CFS als eine neuroimmunologische Regulationsstörung ein, das heißt, das Zusammenspiel zwischen Immunsystem, Nervensystem und Hormonsystem gerät aus der Balance. Dadurch komme es zu einer dauerhaften Aktivierung des Immunsystems, was zu Erschöpfungszuständen, Muskel- und Gelenksschmerzen, Störungen der Temperaturregulierung etc. führen soll. Die Symptome setzen häufig schlagartig ein, vor allem im Anschluss an eine Infektionskrankheit insbesondere mit intrazellulären Erregern wie Mykoplasmen, Chlamydien oder Borrelien. Die post- bzw. parainfektiöse Genese des CFS ist seit dem 2. Weltkongress für CFS (1999) in Brüssel belegt. Es wurde hier gezeigt, dass bei über 75 % der Patienten mit CFS eine Infektionskrankheit vorausging (De Becker et al.). Möglicherweise stellen traumatische Erlebnisse in der Kindheit einen Risikofaktor dar an CFS zu erkranken.

Im Vordergrund der Therapie steht die Stabilisierung des Immunsystems der sogenannten TH1/Th2 Immunachse und die Therapie der begleitend bestehenden Mitochondriopathie. Hierfür sind erfolgreiche Konzepte in Erprobung.